Ein Leben ohne Maultasche ist wie die Erde ohne Sonne
7. Oktober 2026Liebe Leserin, lieber Leser,
sicherlich kennen Sie die Burg Hohenzollern. Sie prangte schon auf Schuhcreme und Eukalyptusbonbons. Bei klarer Sicht erkennt man sie aus hundert Kilometern Entfernung. Aber wussten Sie auch, dass der Berg, auf dem sie steht, einmal ein Tal war? Oder dass man in den 1820er-Jahren Teile der Ruine in die Luft jagte, weil sie noch nicht romantisch genug aussah? Und dass Friedrich der Große fast vierzig Jahre hier lag, bevor er endlich zu seinen Hunden nach Sanssouci durfte?
Mir persönlich hat es die Rechnung angetan. Sie liegt, zusammen mit Döschen voller Erbsen, Weizen und Roggen, im Turmknopf des Bischofsturms. Veranschlagt waren 90.000 Taler für die ganze Burg. Der Rohbau allein kostete 283.500. Den Löwenanteil übernahm das preußische Kriegsministerium, weil die Burg auch als Festung dienen sollte. Erinnert Sie das nicht auch an die eine oder andere moderne Großbaustelle?
Monika Küble erzählt davon im dritten Band unserer kleinen Kulturgeschichten, und sie erzählt auch, was man auf keine Schuhcremedose und keine Bonbontüte drucken würde.
Ich wünsche Ihnen eine erbauliche Lektüre.
Ihr
Matthias Grüb


